Morgen geht Chile an den Start – eine großartige Mannschaft, die mit Spanien und Holland leider die wohl stärksten Gruppengegner erwischt hat. Chiles berühmtestes Gericht sind sicher Empanadas, die leckeren Teigtaschen die bei allen Festen und Feiertagen gegessen werden. Aber viel weiter verbreitet – und gewiß auch sehr viel leckerer als sich das hinter der Bezeichnung ‘Sandwich’ vermuten läßt – sind die belegten Brote, die es in ganz Chile in den sogenannten Schoperías, kleinen Eckkneipen, zu kaufen gibt.
Daher, als ich mich für Peters Aufruf ‘Kick aus fernen Töpfen‘ für ein repräsentatives chilenisches Gericht kochen sollte, fiel meine Wahl natürlich auf das Chacarero, welches mit sämtlichen Grundnahrungsmitteln der südamerikanischen Küche gefüllt wird: Steak, Bohnen, Tomaten und Avocado. Das sollte ‘Las Rojas’, den Roten, für das Spiel gegen die recht schwachen Socceroos aus Australien genügen.
Chiles Sandwiches haben eine lange Tradition: Neben dem Chacarero gibt es vor allem noch das Barros Luco, gefüllt mit Fleisch und Käse und benannt nach dem chilenischen Präsidenten Ramón Barros Luco (1835-1915), und das Barros Jarpa, belegt mit Schinken und Käse und ebenfalls einem Politiker gewidmet, Ernesto Barros Jarpa (1894-1977).
Wie stolz die Chilenen auf ihre traditionellen Sandwiches sind beschrieb vor ein paar Tagen ein Artikel in der Internetzeitung El Mostrador, welcher auf die lange Tradition der Brote und der Institutionen, die sie geschaffen haben, hinwies, wie die Confiteria Torres, die in einem kurzen Film vorgestellt wurde – leider auf Spanisch, dafür aber mit hübschen Momentaufnahmen aus dem Alltag eines sehr altmodischen chilenischen Traditionshauses.
Ich hoffe, diese kurze Vorstellung hat Euch Appetit gemacht auf ein Chacarero: das folgende Rezept ist ausreichend für zwei hungrige Fußballfans. Man kann dafür übrigens alle möglichen Brotsorten nehmen, häufig werden flache runde Brötchen verwendet, die als ‘französisches Brot’ bezeichnet werden. Eurer Phantasie seien also keine Grenzen gesetzt. Wir hatten uns dazu entschlossen, für diesen Anlaß typische chilenische Brötchen zu backen, für die ihr weiter unten das Rezept findet.
Viel Spaß und ¡buen provecho!
Chacarero für 2 Personen oder 4 Brötchen
- ein Rindersteak, Sirloin oder Rumpsteak, in flache, dünne Scheiben geschnitten, gesalzen und gepfeffert
- 2 große Tomaten, in Scheiben geschnitten
- 50g gekochte und der länge nach aufgeschnittene grüne Bohnen
- 1 mit einer Gabel zermatschte Avocado, gesalzen und gepfeffert
- In Scheiben geschnittener Käse, nach Geschmack
Das Fleisch in der heißen Bratpfanne scharf anbraten. Nachdem man es einmal umgedreht hat kann man den Käse auf die gebratene Seite legen damit er leicht schmilzt.
Das Brötchen aufschneiden und mit einem Teil der zerdrückten Avocado bestreichen, dann mit dem Fleisch, dem Käse, den Tomaten und zum Schluß den Bohnen belegen.
Traditionell wird dazu das chilenische Nationalgetränk CocaCola getrunken, aber soviel Authentizität muß man sich nicht antun. Ein Bier tut’s auch.
Marraquetas, oder Französische Brötchen
Das Rezept von Marian Blazes bezieht sich auf eine ganz bestimmte Brötchenform, die sich marraquetas nennt. Man kann daraus aber auch normale flache Brötchen formen, wie sie sich für diese Sandwiches anbieten. Marian benutzt das amerikanische Raummaß ‘cup’, das 240ml Wasser entspricht. Ich benutze dafür immer ein bestimmtes Wasserglas, bei dem ich weiß daß es 250ml faßt. Minus Pi mal Daumen kann ich damit ganz einfach Mehl, Zucker , Wasser und andere Zutaten ausmessen.
- 3 1/2 cups Mehl (Typ 405)
- 1 TL Trockenhefe
- 2 EL Sauerteig (wenn vorhanden)
- 1 1/2 cups (360 ml) lauwarmes Wasser
- 2 TL Salz
Alle Zutaten werden vermischt und dann 10 Minuten lang gut verknetet – es soll ein geschmeidiger Teig entstehen, der sich gut ziehen läßt. Aus Gewohnheit füge ich immer etwas mehr Wasser hinzu als angegeben, um den Teig lockerer zu machen.
Zugedeckt 2-3 Stunden ruhen lassen: Das Volumen soll sich in dieser Zeit verdoppeln. Eine längere Ruhepause, vor allem im Kühlschrank, gibt zusätzlich Geschmack.
Den Ofen auf 250C vorheizen, dabei eine mit Wasser gefüllte feuerfeste Schüssel unten reinstellen, damit das Brot im Wasserdampf eine schöne Kruste bekommt.
Aus dem Teig 8 Kugeln formen und diese zu ca. 10-12 cm großen runden Fladen ausrollen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, einmal quer anschneiden und nochmals 5 Minuten ruhen lassen.
Den Ofen auf 230C herunterdrehen und die Brötchen in 20-25 Minuten goldbraun backen.
















Einfach lecker, das muß ich mal ausprobieren! Yum 🙂
LikeLike
Danke! Die sind wirklich unglaublich more-ish 🙂
LikeLike
Pingback: Kick aus fernen Töpfen - Die Zusammenfassung
Hallo Ginger,
ein sehr schöner Beitrag, vielen Dank dafür. Zum Glück hast Du Deine Empanadas schon vor längerer Zeit veröffentlicht, denn darum habe ich mich (erst gestern) auch gekümmert.
Mit leckerem Gruß nach England
Peter
LikeLike