Als ich die Einladung von Anna Antonias Christine bekam, beim ‘Flotten Dreier’ mitzumachen und sich Christie von A Sausage Has Two dann auch gleich uns anschloß, da bot sich die Idee mit dem schwäbisch-englischen Fusion Food an. Schließlich verbindet die Württemberger und Engländer eine recht innige Geistesverwandschaft, wie die berühmte Rede des Langenburger Bürgermeisters anläßlich des Besuches von Königin Elisabeth II im Jahre 1965 demonstriert:
So eng verwandt sind die beiden Sprachen, daß selbst erfahrene Linguisten sich nicht immer einig sind, ob er denn nun Englisch oder Schwäbisch spricht.
Nun aber zum ‘Flotten Dreier’, dem von Dorothée vom Bushcook und Zorra vom Kochtopf ausgerufenen Blogevent, der 3 Blogger zu einem 3-Glänge Menü vereint. Christine juckte es schon seit einiger Zeit in den Fingern, eine schwäbische Dinette zu machen: ein dünnes, belegtes Brot, ähnlich einer Pizza. Der Name ‘Dinette’ kommt übrigens von ‘dünn’ und bezieht sich auf den feinen Sauerteigfladen, der die Grundlage bildet. Christine’s Händle für Gebackenes hat sie ja schon vielfach zu Beweis gestellt, und nun bin ich auch schon gespannt, was sie mit Hilfe von Shropshire cheese und einem Zwiebelchutney da auf die Beine gestellt hat!
Mein Hauptgang enthält einen der berühmtesten Exporte der Inseln, Stout. Dieses dunkle obergärige Biere ist Euch sicher als Guinness bekannt, es gibt es aber auch von vielen kleinen, lokalen Brauereien auf beiden Seiten der Irischen See. Ein Stew ist letztendlich ein Eintopf: Rindfleischstücke werden mit Zwiebeln und Gemüse mehrere Stunden lang im Ofen langsam weichgekocht.
Traditionell gibts das mit Klößen oder Kartoffeln, doch für unser Fusionmenu kamen Spätzle auf den Tisch! Habe ich doch erst letzte Woche auf dem BBC versucht, den Engländern das Spätzleschaben beizubringen…
Mit gutem Erfolg: Nigel Slater hat sich nicht nur recht geschickt mit dem Schaben angestellt, sondern mit unseren fertigen Spätzle richtig leckere englische Kässpätzle gemacht!
Christie, deren kulinarische Liebeserklärung an Wiesbaden, A Sausage Has Two, dem englischsprachigen Raum Appetit auf deutsches Essen macht, übernahm den Nachtisch: mit einem klassischen Black Forest Trifle schuf sie einen wirklich gelungenen Abschluß für unser kulturübergreifendes Menu!
Beef und Guinness Stew mit Spätzle (für 4-6 Personen)
nach Delia Smith
Für das Stew:
- 1.5 kg Beinscheiben, vom Rind
- 4 EL Mehl
- Salz, Pfeffer
- 1 EL Butter
- 3 Zwiebeln, geviertelt
- 500ml Stout (Guinness)
- 150-200ml Fleisch- oder Gemüsebrühe
- 2 Lorbeerblätter
- 3 Zweige Thymian
- 1 Pastinake, geschält und in dicke Scheiben geschnitten
- 2 Karotten, geschält und in dicke Scheiben geschnitten
- 3-4 Selleriestangen, in dicke Scheiben geschnitten
- 1 EL Worcestersoße
Für die Spätzle:
- 300g Mehl
- 3 Eier
- 3-4 EL Sprudel
- Salz
Den Ofen auf 200C vorheizen. Die Beinscheiben von den åußeren Sehnen befreien und in 5cm dicke Stücke schneiden. Diese Salzen, Pfeffern und mit dem Mehl bestäuben.
In einem großen, schweren Kochtopf die Butter bei mittlerer Hitze zum Schmelzen bringen. Dann die Fleischstücke, die Gemüsestücke und die Zwiebelviertel in Lagen einschichten. Die Kräuter und die Worcestersoße dazugeben, dann das Bier und die Gemüsebrühe darübergießen. Das ganze zum Kochen bringen, dann den gut verschlossenen Topf im Ofen 4 – 4 1/2 Stunden schmoren lassen.
In der Zwischenzeit die Spätzle zubereiten, dazu aus den Zutaten einen dickflüssigen Teig schlagen. Einen großen Topf Wasser zum Kochen bringen und die Spätzle entweder mit Brettle, Spätzlesreibe oder einem Sieb mit großen Löchern zubereiten – vielleicht hilft ja mein Beitrag fürs BBC.













Pingback: Schwenglisch in 3 Courses- Shropshire & Onion Jam Dinette | anna antonia
ahh, die Langenburger Rede, erst kürzlich angehört zu Ehren des neuerlichen Queen-Besuchs in Deutschland, sehr schön!
Und dein Stout-Gulasch, sehr fein, die Spätzle passen sicher oberlecker gut dazu!
LikeLike
Oh jaaaa …. das sieht sehr lecker aus….
gerade der Blick in den Topf…. so aromatisch, würzig … mhmhmmmhmhm!
Zauberhafte Grüße … Katja
LikeLike
Das ist aber auch eine sehr leckere Kombination! Vor allem mit den Wurzelgemüsen, die passen super zu dem Bier. Vielen Dank für Deinen Besuch, liebe Katja!
LikeLiked by 1 person
Die Rede fiel mir erst Gestern wieder ein! Ein echter Klassiker 😉
LikeLike