Kolumbien schickt diese Mal ein sehr starkes Team an den Start, und trotz des Ausfallens ihres Starspielers Falcao haben sie Dank einer recht schwachen Gruppe die besten Aussichten, zumindest ins Viertelfinale einzuziehen. Daher brauchen sie etwas Habhaftes zur Unterstützung, und aus diesem Grunde schicke ich als zweites Rezept für Peters Blogevent Arepas an den Start, gebatene Maisfladen, die es in Kolumbien nicht nur zum Frühstück gibt, sondern die auch häufig gefüllt zum Abendessen auf den Tisch kommen.
Schon morgens um vier oder fünf stehen die Frauen in der Küche (bei vielen kolumbianischen Familien sind das Hilfskräfte, die für einen geringen Lohn die Hausarbeit erledigen) damit die Fladen zum Frühstück fertig sind. Oft werden sie auch als Beilage zum Essen gereicht, wie hier, um mit Fleisch gefüllt zu werden. Die Hauptzutat ist vorgekochtes Maismehl, ‘harina P.A.N.’, das es in Kolumbien überall, in Europa jedoch nur in auf südamerikanische Zutaten spezialisierten Läden zu kaufen gibt. Ich hatte jedenfalls das Glück, von meiner kolumbianischen Freundin zum Kochen – und Essen – eingeladen zu werden: für die Party zum ersten Spiel der cafeteros, der ‘Kaffebauern’, wie das kolumbianische Team zuhause genant wird, sollten alle etwas Landestypisches mitbringen, und da durften Arepas auf keinen Fall fehlen.
Man sollte sich aber nicht von mangelnden Zutaten abschrecken lassen: das gerupfte Fleisch ist so einfach zubereitet und doch schon an sich so unglaublich lecker, daß es bei uns ab jetzt regelmäßig mit Reis, Fladenbrot oder sogar in Tortillas auf den Speiseplan kommt! Das Fleisch wird über mehrere Stunden im Schongarer (oder über einer weit kürzeren Zeitraum im Dampfkochtopf) gekocht, wodurch es einen wunderbar intensiven Geschmack bekommt. Bei so leckerem Essen ist es kein Wunder, daß die cafeteros als Geheimfavoriten gehandelt werden!

Das schmeckt auch Herrn Kick: Arepas con Carne Desmechada: Mit gerupftem Fleisch gefüllte Maisfladen kolumbianische Art
Arepas con Carne Desmechada (ca. 8 Portionen)
Das gerupfte Fleisch:
- 1 kg Rinderbrust (am besten mit dem Metzger sprechen: es soll schön zerfallen)
- 2 große Zwiebeln, grob gewürfelt
- 5 Frühlingszwiebeln, geschnitten
- 4 Knoblauchzehen, grob gehackt
- 2 Würfel Rinderbrühe
- 2 Stangen Sellerie, in Scheiben geschnitten
- 1 Bund frischen Koriander
Alle Zutaten im Schongarer 7 Stunden köcheln lassen; im Schnellkochtopf dauert das ca. 1 Stunde: das Fleisch soll am Ende schon von selber in seine Fasern zerfallen, dann ist es fertig.
Wenn das Fleisch fertiggekocht hat läßt man es etwas abkühlen, am besten auf einem großen Teller, zusammen mit ungefähr einem Drittel der Zwiebeln und etwas Brühe. Den Rest, die Brühe mit dem Rest des Gemüses, kann man als Soßengrundlage in Portionen einfrieren oder mit Gemüse zu einer herzhaften Suppe weiterverarbeiten.
Für die Soße:
- 1 1/2 große Zwiebeln (wir haben roteZwiebeln verwendet)
- 350g Tomaten, in grobe Stücke geschnitten
- 2 Frühlingszwiebeln, geschnitten
- 3 Knoblauchzehen, zerdrückt
- 2 TL getrockneten Oregano
- 1 Prise getrockneten Kreuzkümmel
- 5 Blätter Basilikum
- ¼ TL getrockneten Thymian
- Salz und Pfeffer
- 1-2 Tassen Brühe vom Garen
In einer großen Pfanne etwas Öl erhitzen und darin das Gemüse bei mittlerer Hitze gut dämpfen. Wenn sie weich sind wird gewürzt, vor allem Pfeffer verwenden die Kolumbianer recht großzügig! Dann das Fleisch und die in der Brühe gekochten Zwiebeln dazugeben und das ganze mit der Brühe zugedeckt bei niedriger Hitze schmoren lassen bis die Arepas (oder der Reis) fertig sind.
Arepas (Gebratene Maisfladen)
- 1 kg vorgekochtes Maismehl (harina P.A.N)
- 1 TL Salz
- 1 TL weiche Butter
Aus Maismehl, Salz und Öl mit lauwarmem Wasser einen feuchten Teig kneten, aus dem man Kugeln formen kann:
In einer Pfanne oder mehreren Pfannen etwas Butter mit Öl erhitzen, dann den Herd auf mittlere Hitze reduzieren und nacheinander die flachgedrückten Kugeln von beiden Seiten im Fett ausbacken: die Fladen sollten so um die 10-12 cm Durchmesser haben. Die fertigen Arepas im Backofen warmstellen.
Die fertigen Arepas werden aufgeschnitten, gebuttert, mit geriebenem Käse und dem gerupften Fleisch gefüllt serviert. Dazu trinkt man traditionell eine heiße Schokolade…

Arepas, zweimal anders: Links dmit dem gerupften Fleisch gefüllt, rechts mit venezuelanischen schwarzen Bohnen, Caraotas Fritas. Señor Kick kann sich da garnicht entscheiden, welche er zuerst in Angriff nehmen soll!
Wir haben uns jedenfalls nicht lumpen lassen und zum Beweis, daß Arepas auch über die Grenzen Kolumbiens hinaus verbreitet sind, auch noch Schwarze Bohnen auf Venezuelanische Art zubereitet. In Venezuela werden die Maisfladen etwas größer zubereitet, und die Füllung wird stärker gewürzt als bei den kolumbianischen Nachbarn.
Leider hat sich Venezuela nicht für die Weltmeisterschaft qualifizieren können, daher muß das Rezept für die Caraotas Fritas noch eine Weile auf die Veröffentlichung warten…
Bis dahin freuen sich die Kolumbianer jedoch, daß sie endlich einen Grund haben, zum Feiern zusammenzukommen und ihre Mannschaft und ihre köstlichen Rezepte in bunter Runde zu genießen.

Zum 2:0 gibt es Maisarepas, Empanadas, Ají Picante und die in Südamerika überall beliebten Limonaden



















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Klingt spannend, Ginger.
Sieht aber auch nach verdammt viel Arbeit aus.
Leider verfüge ich nicht über eine Hilfskraft, die für einen geringen Lohn die Hausarbeit erledigt 😉
Vielen Dank für Deine Beteiligung – und schön dass das Männchen wieder aufgetaucht ist.
Mit leckerem Gruß aus meinem Kochtopf
Peter
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Vielen Dank – die Küchenhilfe war diesmal ich 😉
Viel Spaß noch bei der WM! Ich habe mich in meinen Vorhersagen doch sehr geirrt wie es scheint: Costa Rica ist fertiggekocht, bei Uruguay dachte ich daß ich mir noch etwas Zeit lassen könnte…
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Da sieht man mal wie vielseitig Arepas sind 🙂
Das sieht so toll aus, dass ich die gefüllte Variante auch noch unbedingt probieren muß.
Liebe Grüße, Franzi
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Die sind unglaublich lecker – ich werde nach der WM mal die venezuelanischen Bohnen zu Papier (Tastatur?) bringen, die schmecken auch sehr lecker!
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Wunderbar 🙂
Ich mag das ja sehr, wenn man aus einer Sache so viele unterschiedliche andere Sachen machen kann.
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