Vor ein paar Tagen sah ich, daß der Blog Lochlöffel zu einer ‘Schatzsuche im Vorratsschrank‘ aufgerufen hatte, mit der Bitte um Rezepte, die Zutaten aus den dunkelsten Ecken der Vorratskammer aufzubrauchen helfen.
Das erinnerte mich an Ryansmillas ‘Britblog’-Artikel über eine typisch englische Raumvariante, nämlich den cupboard under the stairs. Diesen, so schreibt sie, gibt es nicht nur in vielen englischen Häusern, sondern auch in der englischen Literatur: Harry Potter zum Beispiel verbrachte seine Kindheit in einem solchen. Ryansmilla nutzte die Gelegenheit um mal rumzufragen, ob es solche Stauräume auch in Deutschland gebe.
Die Antworten waren eideutig: eine solche eindeutige Raumlösung mit einem eigenen Namen gibt es nicht. Das wundert auch nicht weiter, denn um einer dunklen Ecke einen eigenen Namen zu geben muß man schon ziemlich verzweifelt sein, und das ist der Engländer im großen und ganzen auch wenn es um Wohnraum geht.
‘My home is my castle‘ ist ein Spruch der Engländern zugeschrieben wird, aber aus eigener Erfahrung bezeichnet ‘castle’ weniger eine schloßartige Unterkunft als ein ‘Kästle’, und die schwäbische Verkleinerungsform paßt da doch recht gut. Englische Häuser werden bezüglich der Anzahl ihrer Wohnräume (reception rooms) und Schlafräume (bedrooms) gemessen, nicht nach ihrer Grundfläche. So wohnten wir mal in einem Haus mit drei Schlafzimmern, davon war eines ein sogenannter ‘boxroom‘: 1.6 x 2m groß, für einen begehbaren Kleiderschrank leider etwas zu klein.
Wir wohnen inzwischen in einem ‘two-up two-down‘, einem Reihenhaus mit zwei reception rooms im Erdgeschoß und zwei bedrooms im ersten Stock. Mein Bruder bezeichnet es abfällig als eine ‘Einzimmer-Wohnlösung mit fünf Fluren’, was daran liegt, daß alle Räume außer einem der Schlafzimmer Durchgangszimmer sind. Das Haus ist allerdings auch nur etwas über 3 Meter breit, kein Wunder also, daß der Raum unter der Treppe so wichtig ist, sei es als Speisekammer, Putzschrank oder Weihnachtsdekorationsaufbewahrungsecke.
Und nachdem ich meinen ‘under stairs storage’ für den Fototermin etwas ausgemistet hatte, hatte ich auch schon eine Idee für die Schatzsuche: Kichererbsen, Chorizo und Dosentomaten gibts bei uns nämlich immer irgendwo. Vielleicht hinter den Adventskalendern?
Kichererbsen und Chorizo Eintopf nach Sam & Sam Clark
- 3 mittelgroße Zwiebeln, grob gehackt
- 4 Knoblauchzehen, in Scheiben geschnitten
- 1 Glas Weißwein
- 1 Chorizo (ca. 240g)
- Chilipulver, nach Geschmack*
- 400g getrocknete Kichererbsen, am Vortag eingeweicht und nach Anweisung gekocht, oder 2 Dosen Kichererbsen
- 2 Dosen gestückte Tomaten
- Salz, Pfeffer
- gehackte Petersilie
In einer tiefen Pfanne oder einem breiten Topf die Zwiebeln in etwas Öl bei mittlerer Hitze andünsten – sie sollen glasig werden, aber nicht anbräunen. Nach etwa 5 Minuten die Knoblauchscheiben dazugeben und weitere 5 Minuten mitdünsten lassen.
Die in grobe Stücke geschnittene Chorizo mit dem Chilipulver dazugeben alles etwas anbräunen lassen, dann das ganze mit dem Weißwein ablöschen (falls noch was davon übrig ist…). Danach die Kichererbsen und die Dosentomaten dazugeben und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken. 45 Minuten bei geringer Hitze zugedeckt köcheln lassen.
Vor dem Servieren nocheinmal abschmecken und mit der Petersilie bestreuen. Guten Appetit!

*) Wegen den Kindern lasse ich das Chilipulver meist weg oder ersetze es durch etwas edelsüßen Paprika oder Pul Biber
Übrigens erweitert man hier inzwischen seine Wohnfläche gerne unterirdisch: laut Spiegel werden so die putzigen Reihenhäuser in den Nobelvierteln Londons mal eben durch einen großzügigen mehrstöckigen Kellerausbaus um einen Tennisplatz oder Schwimmbad bereichert.
Bis wir das nötige Kleingeld für so ein Projekt zusammengespart haben nutzen wir unseren Stauraum über der Treppe: Unser Freund Gregor, der uns eine Reihe Schränke eingebaut hat, konnte sich nämlich nicht mit der großen Wandfläche über der Treppe abfinden, wo sich doch im Rest des Hauses die Bücher in allen Ecken stapelten, Nach ein paar Monaten kam er uns mit einem maßgeschneiderten Regal besuchen, inklusive eingebauter Leiter.
Wir nennen es unsere ‘Bibliothek’ und werden es beim Verkauf des Hauses natürlich als drittes Schlafzimmer bezeichnen.













Ich finde diese englischen Häuschen ja hochgradig idyllisch, aber ich muss da auch nicht wohnen. Wobei, so ein Vorratsraum unter der Treppe, den könnte ich gebrauchen. Genau wie deine würzigen Eintopf. Kichererbsen habe ich auch immer da.
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So ein Vorratsraum ist in der Tat praktisch! Vielen Dank für die Anregungen zum Wettbewerb und Deinen appetitanregenden Beitrag zum Thema Chorizo. Wir haben gerade ein eine Asturische Variante bekommen, die wir hoffentlich bald zu einer leckeren fabada verarbeiten werden.
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