Wie Ihr sicher schon gemerkt habt gelten in England (und anderen englischsprachigen Ländern) andere Maßeinheiten, nämlich ‘imperial‘ statt ‘metric‘. Imperial measures sind recht eigenwillig da sie kein Dezimalsystem sind sondern meist – aber nicht immer – durch 12 teilbar sind (1 pound = 12 ounces, aber 3 Fuß sind 1 Yard … ).
Glücklicherweise haben Köche, Verleger und Blogger in den vergangenen Jahren eingesehen daß man auch locker beide Maße angeben kann, doch die Tatsache daß Du auf dieser Seite gelandet bist heißt daß Du entweder ein älteres Kochbuch in der Hand hast oder daß die Europagegner die Oberhand gewonnen und metrische Einheiten für illegal erklärt haben. Auf jeden Fall findest Du hier ein paar Lösungsvorschläge, die Dir Deine Integration in den British way of life hoffentlich erleichtern werden.
Imperial vs. Metric
Wenn Du mit englischen oder amerikanischen Rezepten arbeitest, die nur die ‘imperial’ Angaben angeben, ist es am einfachsten, einen ‘converter’ im Internet zu benutzen, der die die jeweiligen Angaben direkt umrechnet. Hast Du beide Angaben, mußt Du Dich für eine entscheiden, da die verschiedenen Zutaten aufeinander abgestimmt worden sind.
Die Milch wird häufig in kleinen Pintflaschen geliefert, die etwas mehr als einen halben Liter enthalten (568 ml, um genauer zu sein).
Amerikaner verwenden recht praktische ‘cups‘, die einem Becher mit 240ml Inhalt entsprechen. Mein Sauerteigrezept funktioniert am einfachsten mit cups, da ich jeweils 1 cup Wasser und 3 cups Mehl benötige, und damit keine Waage brauche.
Backpulver vs. baking powder:
Backpulver wird in Deutschland in 20g Päckchen verkauft, was genau für 500g Mehl ausgerechnet ist. Das englische Backpulver kommt in einer große Dose und man benötigt 4 TL für 500g Mehl.
Self-raising flour enthält 1 TL Backpulver per 150g – wieder diese lustigen imperischen Einheiten – was 3 1/3 TL auf 500g bedeutet solltest Du es in Deutschland nachzubauen wollen.
Hefe: Frischhefe vs. Trockenhefe vs. dry yeast bzw. easy-blend yeast
Frischhefe gibt es in England – zumindest in meiner Ecke – nur als Bückware beim Bäcker. Ein Würfel Frischhefe wiegt 42g und reicht für 1kg Mehl – ein Päckchen Trockenhefe, wiegt 7g und ist für 500g Mehl gerechnet. Die englische Hefedose schlägt 4 TL für 500g Mehl vor, sodaß 8 TL dry yeast einem Würfel Hefe entsprechen. Easy-blend yeast ist speziell für Brotbackmaschinen entwickelt worden und daher eher nicht zum Kuchenbacken geeignet. Warum weiß ich allerdings nicht.
Mehlsorten
Die beste Erklärung für die verschiedenen deutschen Mehltypen findet Ihr bei Essen&Trinken. Generell verwende in plain flour wenn Weizenmehl 405 angegeben ist. Für Brote verwende ich das als strong bread flour angebotene Mehl und habe damit auch recht gute Ergebnisse erziehlt, obwohl ich meist mehr Wasser benötige als im deutschen Rezept angegeben.
Zitronat und Orangeat
Hier gibt es eigentlich nur mixed peel, also beide Sorten gemischt zu kaufen.
Vanillezucker
Wenn ich für ein Rezept Vanille benötige (z.B. für custard, Vanillesoße) so lege ich die ausgekratzten Vanilleschoten in ein Glasgefäß mit Zucker, der in relativ kurzer Zeit den Vanillegeschmack annimmt und wie Vanillezucker verwendet werden kann. Ich nehme 3 TL davon wenn im Rezept ein Päckchen angegeben wird.
Zucker: granulated, caster oder icing sugar?
Granulated sugar ist gröber als caster sugar, welcher in der Regel zum Backen verwendet wird. Icing sugar ist wie unser Puderzucker. Hagelzucker gibt es nur in deutschen Spezialitätenläden, wie z.B. der German Bakery in Windsor.
Ich hoffe diese Angaben haben Dir geholfen. Fragen und weitere Lösungsvorschläge sind herzlich willkommen!









